Unsere Geschichte

1927      Gründung als Arbeitergesangverein „Vorwärts“ Steinau. Die 120 Mitglieder, davon 80 aktive, rekrutieren sich hauptsächlich aus der Arbeiterschaft, die sich seit der Ansiedlung der Firma Dreiturm in Steinau etabliert.

 

1928      Erwerb eines Flügels. Das damals schon gebrauchte Instrument befindet sich noch im Besitz und Gebrauch des Vereins. Er steht in der evangelischen Reinhardskirche.

 

1929      Großes Arbeitersängerfest vom 29.6. bis 1.7. Die Fahne wird geweiht, die ebenfalls heute noch im Besitz des Vereins ist. Auf ihr steht das Motto des Vereins zu lesen:

 

„Die Kunst dem Volke durch das Volk“

Dieses "sozialistische Spiel" führte der "Vorwärts" 1929 anlässlich der Fahnenweihe am 29.6.1929 auf. Es handelt sich dabei um ein Sprechchorstück, in dem nur zwei Lieder gesungen werden: "Wenn [sic!] wir schreiten..." und "Die Internationale".
Dieses "sozialistische Spiel" führte der "Vorwärts" 1929 anlässlich der Fahnenweihe am 29.6.1929 auf. Es handelt sich dabei um ein Sprechchorstück, in dem nur zwei Lieder gesungen werden: "Wenn [sic!] wir schreiten..." und "Die Internationale".
30 Pfennige Eintritt mussten bezahlt werden, um an der Fahnenweihe teilnehmen zu dürfen.
30 Pfennige Eintritt mussten bezahlt werden, um an der Fahnenweihe teilnehmen zu dürfen.

1933      Während einer laufenden Chorprobe wird der Verein durch die Nazis zwangsweise aufgelöst. Das Vereinseigentum, wie Noten, der Flügel, die Fahne und sämtliche Unterlagen werden beschlagnahmt. Während die Nazis ihren „Sieg“ über die linke, d.h. demokratisch gesinnte Sängerschaft in Steinau feucht-fröhlich im Rathaus feiern, gelingt es Chormitgliedern, die Fahne unbemerkt aus dem oberen Stockwerk des Rathauses zu bergen und in einem Kopfkissenbezug eingenäht nach Wachenbuchen bei Hanau zu befördern. Dort verstecken sie Mitglieder des „Vorwärts“ Wachenbuchen, der Patenverein des Steinauer „Vorwärts“. Noch heute sind beide Vereine einander freundschaftlich verbunden. Die bürgerlichen Gesangvereine „Amicitia“ und „Liederkranz“ (letzterer gegründet 1838 und damit Teil der demokratischen Tradition des sogenannten „Vormärz“) werden gleichgeschaltet und zur NS-Sängervereinigung zusammengeschlossen. Etwas tautologisch wird der neue Verein "Sängerchor 1838" benannt.

1939 

– 1945 Zweiter Weltkrieg. Auch viele ehemalige „Vorwärts“-Sänger müssen ihr Leben auf den Schlachtfeldern Europas oder Nordafrikas für die wahnsinnige Ideologie des Rassenwahns und Lebensraums lassen.

1949      Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland. Auch 25 Sänger des „Vorwärts“ finden                          wieder zusammen und gründen den Chor neu.

Liste mit den Teilnehmern der ersten Chorprobe nach dem Krieg am 18.10.1949. Der Monatsbeitrag war augenscheinlich gestaffelt. Nicht jeder konnte die 30 Pfennige pro Monat bezahlen und zahlte stattdessen nur 20 Pfennige. Andere zahlten dafür 50 Pfennige.
Liste mit den Teilnehmern der ersten Chorprobe nach dem Krieg am 18.10.1949. Der Monatsbeitrag war augenscheinlich gestaffelt. Nicht jeder konnte die 30 Pfennige pro Monat bezahlen und zahlte stattdessen nur 20 Pfennige. Andere zahlten dafür 50 Pfennige.

1952      25 Jahre „Vorwärts“ Steinau. Der Verein hat eine rasante Entwicklung genommen und zählt 170 Mitglieder und neben dem Männerchor wird nun auch ein gemischter Chor gebildet. Beitritt zum Deutschen Allgemeinen Sängerbund (DAS)  als Dachorganisation (vor 1933 „Deutscher Arbeitersängerbund“).

 

1957      Der Arbeitergesangverein „Vorwärts“ ändert seinen Namen in Chorgemeinschaft „Vorwärts“.

1950, ein Jahr nach der Wiedergründung, fuhr der Männerchor zu einem Sängerfest nach Wachenbuchen und zeigte stolz die Fahne.
1950, ein Jahr nach der Wiedergründung, fuhr der Männerchor zu einem Sängerfest nach Wachenbuchen und zeigte stolz die Fahne.

1970      Chorreise in die Niederlande nach Ubach over Worms

 

1977      Feier des 50jährigen Gründungsjubiläums mit einem großen Fest

 

1982      Konzertreise nach Düsseldorf

 

1989      Die bislang größte Reise der Chorgemeinschaft führt nach Schweden. In Stockholm werden Kontakte geknüpft, die zum Teil bis heute bestehen.

Botkyrka in Tumba im Großraum Stockholm. Der "Vorwärts" gestaltete ein Kirchenkonzert mit einer örtlichen Musikschule.
Botkyrka in Tumba im Großraum Stockholm. Der "Vorwärts" gestaltete ein Kirchenkonzert mit einer örtlichen Musikschule.

1997      Das 70jährige Bestehen des Vereins wird mit einem Sängerfest in der Halle am Steines gefeiert. Gleichzeitig wird aber deutlich, dass der Verein handeln muss, wenn er singfähig bleiben will, denn die Zahl der aktiven Sängerinnen und Sänger schrumpft bedenklich. Die Projektidee wird geboren.

 

1999      Erstes Projekt mit Gospels und Spirituals in der Katharinenkirche wird realisiert. Dem Chor schließen sich 15 neue Sängerinnen und Sänger an. Der Erfolg dieser Projektarbeit ermutigt den Verein dazu, künftig verstärkt darauf zu setzen.

Wahnsinn, was die Sängerinnen und Sänger mit der Gospel-, Soul- und Jazzsängerin Pat Garcia erleben durften (siebte von links).
Wahnsinn, was die Sängerinnen und Sänger mit der Gospel-, Soul- und Jazzsängerin Pat Garcia erleben durften (siebte von links).

2000      Konzertreise nach Mörbisch am Neusiedler See

 

2001      Erstes Projekt mit der Gospelsängerin Pat Garcia, die beim Konzert in der evangelischen Reinhardskirche für wahre Begeisterungsstürme sorgt. Seitdem hat der Vorwärts immer wieder mit Paddy, wie die Künstlerin liebevoll von ihren Freunden genannt wird, zusammengearbeitet, zuletzt in einem Projekt 2013 und 2015 als Veranstalter eines Konzerts von Pat Garcia und der Jan-Masur-Band in der katholischen St. Paulus-Kirche.

 

2001      Verleihung der Ehrenplakette des Main-Kinzig-Kreises am 25. Oktober für besondere Verdienste um die Chormusik durch den damaligen Landrat Karl Eyerkaufer.

 

2009, 2010 und 

2012      Konzertreisen nach Südtirol. Auch diese Reisen sind als Projekte angelegt. Die Konzerte, die in Südtirol gegeben werden, werden in Steinau mit viel Erfolg wiederholt. Auch hierbei entstehen Freundschaften über die Grenzen hinweg, so mit dem Ensemble „Us together“.

 

2011      In Kooperation mit der Brüder-Grimm-Schule werden zwei Kinderchorgruppen ins Leben gerufen: die Rotkehlchen (Klassen 1 und 2) und die Nachtigallen (Klassen 3 und 4).

 

2012      50 Jahre Probenarbeit in der Brüder-Grimm-Schule werden in der Halle am Schloss, besser bekannt als kleine Turnhalle, gefeiert.

 

2014      Gründung der Gitarrengruppe

 

2015      88 Jahre nach seiner Gründung hat der Chor 128 Mitglieder, davon 42 aktive Sängerinnen und Sänger sowie 24 Gitarrenspielerinnen und –spieler. Die Mitgliederzahlen der Kinderchorgruppen schwanken stundenplanbedingt.

2017      Die aktiven Mitglieder des Stammchores und der Gitarrengruppe hatten sich im Dezember 2016 für eine Verlegung des Probenraums in das Vereins- und Jugendhaus auf der Gänsewiese entschieden. Dort finden beide Gruppen ideale Probenbedingungen vor. Das ehemalige Gebäude des Steinauer THW war einige Jahre zuvor auf städtische Initiative für die Belange musiktreibender Vereine umgebaut worden.

 

Und in Zukunft…? Wir bleiben musikalisch neugierig – versprochen!